Begrüßungsgeld zurückgezahlt

Mittwoch, 11. November 2009

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Eine große Überraschung erlebt Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte genau 20 Jahre nach der Wende. Eichsfelder, die in den Tagen der Grenzöffnung das Begrüßungsgeld in der niedersächsischen Fachwerkstadt abholten, zahlen es jetzt mit Zinsen zurück.

Text: Natalie HÜNGER, Sebastian GRIMM / Video: Sebastian GRIMM

EICHSFELD.
Die 100 D-Mark waren für Wilhelm Bonda aus Worbis einst der Grundstock dafür, dass er sich mit seinem Abrissunternehmen selbstständig machte. “Mir geht es heute gut, deshalb möchte ich das Geld zurückzahlen”, überraschte er Wolfgang Nolte Montagnacht am Grenzlandmuseum Teistungen, wo hunderte Eichsfelder mit einem fröhlichen Fest an die Grenzöffnung erinnerten, mit einem 100-Euro-Schein. Als Zugabe schenkte er Nolte noch eine Thüringen-Fahne. Gleichzeitig richtete er den Aufruf an alle, die heute gut dastehen, es ihm gleich zu tun.
Auf die selbe Idee waren auch Harald Schimmelpfennig und Sohn Mario aus Wüstheuterode gekommen. Sie brachten ihre Euro gestern persönlich ins Duderstädter Stadthaus und fuhren dabei genau die Strecke ab, die sie vor 20 Jahren das erste Mal in den Westen - und an den Bankschalter in Duderstadt - führte. Mit dem Trabi ging es wie damals punkt neun Uhr morgens vom Zentralen Platz in Leinefelde nach Duderstadt. Allerdings kamen sie diesmal wesentlich schneller voran, denn es gab keinen Stau auf der Straße. Mit im Auto war auch der erste Einkauf, den Harald und Mario 1989 in Duderstadt tätigten: “Es war eine Uhr, die heute noch funktioniert”, berichtet Harald Schimmelpfennig, der mit seinen beiden Söhnen in Wüstheuterode ein Fliesen- und Bädergeschäft betreibt. Herzlich wurden die Obereichsfelder von Bürgermeister Wolfgang Nolte empfangen. Das Stadtoberhaupt blickte zurück auf die Geschehnisse vor 20 Jahren. im November1989. In Duderstadt wurde am 10. November 1989 an 15 000 “Nachbarn” das Begrüßungsgeld ausgezahlt. An den nächsten beiden Tagen gingen die Scheine an je 50 000 Besucher und insgesamt an etwa 250 000 Ostdeutsche. Die Schimmelpfennigs rechneten den Kurs bei der Rückgabe 1:1 um. Für die Verwendung des Geldes hatte Wolfgang Nolte bereits eine Idee: Es werde für den Ausbau des Grenzlandmuseums gut gebraucht.
Wer das Begrüßungsgeld eben- falls für den guten Zweck zurückzahlen möchte, kann dies auf das Konto des Grenzlandmuseums Eichsfeld bei der Kreissparkasse Eichsfeld überweisen. Die Kontonummer lautet: 180001396, Bankleitzahl 82057070, der Verwendungszweck: Rückzahlung Begrüßungsgeld.

Aktuelle Videos finden Sie unter: www.thueringer-allgemeine.de

2 Kommentare

  1. Roy Olembe - 2. Dezember 2009

    Volkseigentum und sicherer Arbeitsplatz? Das ich nicht lache. Die DDR hat klar die freie D-Marktwirtschaft (Kohl) gewählt.

    Das Volkseigentum der DDR sowie die sicheren Arbeitsplätze wären schon 1975 bankrott gewesen, wäre da nicht Brüderchen Moskau gewesen.

    Also Ball flach halten!

  2. norbert kallscheidt - 12. November 2009

    was für eine Ulk-Nudel muß das sein ,der auf die Einfältige Idee kommt das geld zurückzubezahlen, das sogar in Konsumierter Form noch eine Subvension für den ehemaligen Westen darstellte .
    Bleibt zu hoffen , das sich eine genauso blöde Ulk-Nudel im Westen findet, der den ehemaligen DDR-Bürgern ihren Anteil an den von der Treuhand für einen Euro an westdeutsche Unternehmer verschleuderten Volkseigentum endlich auszahlt, und noch vieleicht sogar ihre sicheren Arbeitsplätze
    zurückgibt.

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