Unfallübung im Höllbergtunnel

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

 Unfallübung im Höllbergtunnel

Drei verunglückte Autos, in ihnen fünf Verletzte - Freiwillige aus dem Kinderheim Worbis - das war das Szenario, das gestern 18 Uhr im Höllbergtunnel vorzufinden war. Feuerwehren aus Sollstedt, Bleicherode und Niedergebra übten den Einsatz. Als Zaungäste fungierten Kameraden aus Leinefelde-Worbis und Breitenworbis.

Text & Video: Thomas MÜLLER

BERNTERODE.
Erich Etzrodt, Kreisbrandinspektor im Landkreis Nordhausen, hat schon etwas Bauchweh, wenn er an die Aufgaben denkt, die mit Freigabe des 900 Meter langen Tunnels auf seine Leute zukommen. Ähnlich dürfte es seinem Amtsbruder im Eichsfeld, Wolfgang Träger, gehen, der den gestrigen Einsatz leitete.
Anders als im Heidkopftunnel verkehren unter dem Höllberg künftig auch Gefahrguttransporte  - für die Floriansjünger bedeutet das potenziell schwierigere Einsätze. Umso wichtiger erachten sie es zu üben. “Ich hätte die Kräfte ja lieber über die Autobahn zum Einsatzort geschickt, um die Anfahrtzeiten zu testen”, bedauerte Etzrodt. Doch die Fahrbahn sei noch nicht ganz fertig, und so musste der Zeitfaktor bei der Übung ausgeblendet werden.
Von der Notrufnische N-N4 rief ein fingierter Autofahrer, der den ebenfalls fingierten Unfall erlebte, in der Notrufzentrale Zella-Mehlis an. Die informierte zunächst die Eichsfelder Rettungsleitstelle, von der der Alarm weiter nach Nordhausen ging. Rund 50 Floriansjünger schwangen sich auf den Bock, ebenso die Polizei, Rettungsdienst und die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei.
Zu bergen waren fünf Jugendliche mit aufgemalten Wunden. Die Hürde: Sie waren in den Wagen eingeklemmt, mussten also entsprechend vorsichtig hinaus bugsiert werden. Die Heimkinder aus Worbis meisterten ihre Aufgabe perfekt, die Feuerwehr fast. Denn im Anschluss gab es eine Auswertung, bei der einige verbesserungswürdige Punkte angesprochen wurden - “das ist ja der Sinn der Übung”, erklärte Erich Etzrodt, der einige Punkte in sein Heftchen geschrieben hatte. So regten er und sein Kollege Träger an, die Fahrzeuge dürften nicht ungeordnet herumstehen, um dem Notdienst einen Weg zu lassen. Zudem sollten ungenutzte Autos abgestellt werden, weil sich in der Röhre Abgase sammelten. Das erlebten die Teilnehmer - unter ihnen auch rund 30 Eichsfelder Zuschauer - gestern live. Erst als die Lüftung aktiviert wurde, klärte sich die Luft.
Alles in allem zeigte sich Wolfgang Träger aber zufrieden. Im kommenden Monat werden seine Jungs in der Röhre Richtung Nordhausen, für die sie zuständig sind, üben. Später soll es noch einmal einen fingierten Großeinsatz aller geben.
Etzrodt, der nur noch einen Monat im Amt ist und dann in den Ruhestand geht, war mit seinem Nachfolger Wilfried Ittershagen vor Ort. Ihm war es auch wichtig, nach möglichen Zufahrtswegen für die Sollstedter Kameraden über Ascherode zu schauen. “Ansonsten müssten sie erst bis zur Anschlussstelle Bleicherode fahren”, befürchtet er. Als Erste vor Ort sein werden wohl die Polizisten, die rund um die Uhr mit zwei Wagen auf der A 38 zwischen Heidkopftunnel und Berga unterwegs sein wollen.

Aktuelle Videos finden Sie unter: www.thueringer-allgemeine.de

2 Kommentare

  1. Meyer - 17. November 2009

    Man sollte sich das Video schon richtig anschauen, bevor man so einen Kommentar abgibt. Aus Sicht der Rettungskräfte ist ihr alles berücksichtigt wurde.

  2. Jens König - 5. November 2009

    Die Rettungsaktion einen Verletzen aus einem Auto auf die Transporttrage zu bringen ist im Video total abnormal. Die Wirbelsäule wurde nicht gesichert, ein Stifneck fehlt, der Verletzte hätte in eine Vakuummatratze transportiert werden müssen. Im Video werden die Beine sogar noch aus der Waagerechten gebracht, dabei der Kopf nach oben gezogen. Bei einer Wirbelsäulenverletzung, die kaum im Tunnel diagnoztieziert werden kann, wäre das Opfer verstorben!

Einen Kommentar schreiben

Alle Felder mit * sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.
Die eMail-Adresse wird nicht veröffentlicht.